Am Standort Delfzijl von Nobian läuft in Zusammenarbeit mit der Wageningen University & Research (WUR) ein innovatives Pilotprojekt. Der dreimonatige Versuch zielt darauf ab, die Membrandestillationstechnologie unter realen Bedingungen zu testen und damit beiden Partnern neue nachhaltige Lösungen zu eröffnen.
Wasserstoff aus Meerwasser
Hauptziel der WUR ist es zu zeigen, dass Wasserstoff aus Meerwasser hergestellt werden kann. In früheren Tests in kleinem Maßstab auf Texel hat sich das Konzept als erfolgreich erwiesen. Der Prozess erzeugt gleich zwei wertvolle Produkte: ultrareines destilliertes Wasser und Sole. Das aktuelle Pilotprojekt soll bestätigen, dass dieses reine Wasser für die Wasserstoffproduktion verwendet werden kann, um so den Weg für umweltfreundlichere Energie zu ebnen.
Aufwertung salzhaltiger Abfallströme
Nobian nutzt das gleiche Verfahren, um eine andere Herausforderung anzugehen: die Aufwertung eines salzhaltigen Abfallstroms aus der Chloranlage. Dabei soll durch Destillation so viel Wasser wie möglich entfernt werden, um gesättigte Sole mit bis zu 310 Gramm Salz pro Liter zu erzeugen. Auf diese Weise könnte der Stoffstrom in der Salzanlage wiederverwendet werden, wodurch Abfall reduziert und Ressourcenkreisläufe geschlossen würden.
Doppelte Nachhaltigkeitsauswirkung
Dieser Ansatz bietet einen „doppelten Nachhaltigkeitsvorteil“: Die Wiederverwendung eines salzigen Stoffstroms, der sonst abgeleitet würde, und die Nutzung von Restwärme aus bestehenden Prozessen. Die Membrandestillation eignet sich besonders für Niedertemperaturwärme, wodurch das Pilotprojekt sehr energieeffizient ist. Für die WUR könnte die Restwärme aus der Wasserstoffelektrolyse die Effizienz weiter steigern, während Nobian ungenutzte Wärme vor Ort nutzen kann.
Obwohl es sich um ein kleines Projekt handelt, ist das Pilotprojekt ein wichtiger Schritt in Richtung innovativer, zirkulärer Lösungen, die Ressourcenrückgewinnung mit Energieeffizienz verbinden: wichtige Säulen der Nachhaltigkeitsstrategie von Nobian.
Projektdiagramm