Nobian hat das LiSA-Konsortium gemeinsam mit Back to Battery, der Universität Twente und Demcon Suster initiiert. Das Institute for Sustainable Process Technology (ISPT) wird das Pilotprojekt koordinieren und die gewonnenen Erkenntnisse in seinem Netzwerk verbreiten. Ziel ist es, einen zirkulären, CO₂-armen Weg für die Lithiumraffination in Europa zu skalieren. Nach der Entscheidung der niederländischen Regierung, das Projekt im Rahmen des TKI-Energy-Programms mit 2 Millionen Euro zu fördern, starten die Partner ein dreijähriges Pilotprojekt in den Niederlanden mit einer gemeinsamen Investition von 3,6 Millionen Euro.
LiSA wird Lithium aus europäischen Quellen, darunter geothermische Solen und recycelte Batterien, in Lithiumhydroxid und Lithiumcarbonat in Batteriequalität umwandeln – mithilfe eines energieeffizienteren Prozesses. Im Mittelpunkt des Projekts steht unsere Kristallisationstechnologie, die Elektrochemie mit salzbasierter Kristallisation kombiniert, um Lithiumchlorid in hochwertige Batteriematerialien umzuwandeln. In diesem neuen, patentierten Verfahren wird die Lithiumchloridlösung mit Natronlauge kombiniert und durch zwei Kristallisationsschritte geführt, in denen Lithiumhydroxid und Natriumchlorid getrennt werden. Das Natriumchlorid wird anschließend in unseren bestehenden Chlor-Alkali-Elektrolyseuren wiederverwendet, um Natronlauge herzustellen, die in den Kristallisationsprozess zurückgeführt wird.
Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren der Lithiumveredelung wird erwartet, dass der Prozess rund 50 % weniger Energie benötigt und die CO₂-Emissionen um rund 50 % senkt. Zudem dürfte er kosteneffizienter sein, weniger Wasser verbrauchen und weniger Abfallströme erzeugen als die konventionelle Lithiumproduktion. Im Rahmen des Projekts wird eine Forschungsanlage im Pilotmaßstab entwickelt, um verschiedene Quellen für Lithium-Ausgangsmaterial zu testen, Prozessbedingungen zu optimieren und zu bewerten, wie Verunreinigungen in recycelten Lithiumströmen wirksam bewältigt werden können.
Lithium ist essenziell für Elektromobilität, Energiespeicherung und die breitere Energiewende. Allerdings ist Europa bei der Produktion von Lithiumbatterien weiterhin stark von Importen abhängig. Dadurch ist die Wertschöpfungskette für Batteriechemikalien anfällig für geopolitische Risiken, Preisschwankungen und Umweltauswirkungen. Zudem werden wertvolle Materialien aus Altbatterien bislang noch nicht ausreichend zurückgewonnen.
Das LiSA-Projekt setzt genau hier an: Es testet recyceltes Lithium aus Altbatterien direkt im Raffinationsprozess, integriert Lithium aus europäischen Quellen, das vom Unternehmen Back to Battery bereitgestellt wird, und verbindet Raffination und Recycling in einer zirkulären Wertschöpfungskette. Auf diese Weise trägt LiSA dazu bei, die Grundlage für ein zirkuläres Lithium-Ökosystem in den Niederlanden und Europa zu schaffen und damit mehr strategische Unabhängigkeit sowie eine nachhaltigere Batterieindustrie zu unterstützen.
Coert van Lare, Director Innovation Program Renewable & Circular bei Nobian, sagt: „LiSA nutzt Nobians Kompetenzen in Elektrochemie und Kristallisation, um eine der zentralen Rohstoffherausforderungen Europas anzugehen. Gemeinsam mit starken Partnern skalieren wir einen energieeffizienteren Weg zu nachhaltigem Lithium in Batteriequalität, der CO₂-Emissionen senken, die Ziele der EU für kritische Rohstoffe unterstützen und Europas zirkuläre Batterie-Wertschöpfungskette stärken kann.“
Markus Mingenbach, Senior Vice President Chlor-Alkali & Chloromethanes bei Nobian, ergänzt: „LiSA bringt unseren Grow Greener Together-Ansatz direkt in einen der strategisch wichtigsten Wachstumsmärkte Europas. Das Projekt wendet Nobians Salzchemie, Chlor-Alkali-Expertise und industrielle Fähigkeiten auf nachhaltige Batteriematerialien an. Dadurch entsteht ein skalierbarer Weg in die Wertschöpfungskette für Batteriechemikalien – ein strategisches Wachstumsfeld, das unmittelbar auf unserem bestehenden Geschäft aufbaut. Zugleich positioniert es Nobian als Unterstützer einer CO₂-ärmeren, wettbewerbsfähigeren und strategisch unabhängigeren Batterie-Wertschöpfungskette in Europa.“
Steven Lans, CEO von Back to Battery, kommentiert: „Wir haben mit Nobian im wahrsten Sinne des Wortes die richtige Chemie gefunden. Unsere beiden Prozesse beruhen auf ähnlicher Chemie, das ermöglicht uns starke Synergien. Wir gewinnen kritische Rohstoffe aus Altbatterien zurück und führen sie ohne Leistungsverlust wieder neuen Batterien zu, während wir zugleich den Kreislauf bei Reagenzien schließen. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie innovative Chemie die bestehenden Chemiecluster der Niederlande für die nächste Generation nachhaltiger Industrie stärken und weiterentwickeln kann.“
Das LiSA-Projekt ist Teil unseres umfassenderen Programms für Batteriechemikalien, in dem wir untersuchen, wie unsere Kernkompetenzen in Elektrochemie, Kristallisation, Salzchemie und industrieller Verfahrenstechnik die Entwicklung nachhaltiger Batteriematerialien in Europa unterstützen können. Neben Lithiuminitiativen wie LiSA sind wir auch an Partnerschaften wie SLDBatt und STARBATCH beteiligt, die sich auf natriumbasierte Batterietechnologien konzentrieren. Gemeinsam spiegeln diese Aktivitäten unsere Ambition wider, durch die Zusammenarbeit mit Partnern die Verfügbarkeit nachhaltiger Batteriechemikalien in Batteriequalität in Europa zu beschleunigen und so zum Aufbau einer zirkuläreren, CO₂-ärmeren und strategisch resilienteren Batterie-Wertschöpfungskette beizutragen.
Das LiSA-Konsortium bringt Industrie-, Technologie- und Forschungspartner zusammen, um die zirkuläre Lithiumraffination in Europa zu skalieren. Nobian bringt seine Kompetenzen in Elektrochemie, Kristallisation und industrieller Skalierung ein und nutzt seine Technologie, um Lithiumchlorid aus verschiedenen Quellen in Lithiumprodukte in Batteriequalität umzuwandeln. Back to Battery liefert recycelte lithiumhaltige Solen aus Altbatterien, um den Prozess mit recycelten Rohstoffen zu testen. Demcon Suster ist mit der Planung und dem Bau der Forschungsanlage im Labormaßstab beauftragt. Die Universität Twente unterstützt Modellierung, Optimierung und Scale-up-Studien, während ISPT das Projekt koordiniert und die Erkenntnisse anderen Industriepartnern zugänglich macht. Gemeinsam werden die Partner Lithium aus Geothermiequellen und recycelten Batterien testen, Lithiumhydroxid in Batteriequalität herstellen und den Prozess für die Skalierung optimieren, um künftig eine großtechnische Produktion von Batteriechemikalien in den Niederlanden und Europa zu ermöglichen.